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Google Dorks: Auch du kannst Hacken.

Autorenbild: Laura Andracchio
Laura Andracchio
27. Mai
2 Min. Lesezeit

Wusstest du, dass man mit ganz normalen Google-Suchanfragen offene Datenbanken, Zugangsdaten, Serverlogs oder sensible Dokumente finden kann? Ganz ohne Hackertools und ohne grosses Know-How. Nur mit ein paar Suchoperatoren.

 

Das nennt sich Google Dorking – oder offiziell: „Google Hacking“. Der Begriff geht auf den Sicherheitsforscher Johnny Long zurück, der 2002 die erste „Google Hacking Database (GHDB)“ veröffentlichte. Heute umfasst sie über 4'000 Einträge – alle öffentlich zugänglich.

 

Schau hier:

 

Wir wollen hier ja nichts illegales tun 😉Aber ich will euch natürlich wie immer ein paar Beispiele geben. Ganz harmlos. Und legal. Oder so 😆

 

  • filetype:pdf site:admin.ch → Nur PDF-Dateien auf offiziellen CH-Seiten

  • intitle:"index of" passwords → Offene Verzeichnisse mit Passwort-Textdateien

  • inurl:wp-admin → WordPress-Login-Seiten

 

Und ja, es funktioniert.

Ein Beispiel: 2021 fanden Sicherheitsforscher mit Google Dorks über 6'000 falsch konfigurierte Elasticsearch-Server – mit öffentlich zugänglichen Personendaten, darunter auch medizinische Infos. Die Quelle dazu: https://cyble.com/blog/openly-accessible-elasticsearch-servers-under-ransom-attack/

 

Das Problem dabei: Die Daten wurden nicht „gehackt“. Die Server waren schlicht falsch konfiguriert und von Google indexiert worden. Teilweise reichte bereits eine einfache Suchanfrage, um auf sensible Inhalte zu stossen. Und genau das macht Google Dorking so absurd: Viele Menschen denken bei Cyberangriffen an komplexe Hacker-Tools, dunkle Keller und grüne Matrix-Bildschirme. In der Realität beginnt vieles einfach mit einer Google-Suche.


Warum Google Dorks ein Risiko sind:

Was ursprünglich als OSINT-Werkzeug für Sicherheitsforschung und technische Analysen gedacht war, wird heute auch von Cyberkriminellen genutzt. Denn Google indexiert nicht nur Webseiten – sondern teilweise auch offene Datenbanken, Login-Portale, Backups, Kamera-Streams, Logfiles oder versehentlich öffentlich gemachte Dokumente. Google Dorks werden deshalb heute regelmässig in Penetration Tests und Ethical-Hacking-Schulungen eingesetzt. Nicht weil die Suchanfragen illegal wären – sondern weil sie zeigen, wie schnell falsch konfigurierte Systeme sichtbar werden können.

Das Gefährliche daran: Oft merken Unternehmen jahrelang nicht, dass sensible Inhalte überhaupt öffentlich erreichbar sind.

 

💡 Fazit:

Wenn du das nächste Mal bei Google was suchst, überleg dir gut, wie viel Google schon über dich weiss. Und was du mit der richtigen Abfrage alles über andere herausfinden würdest. Oder wie es ein Hacker mal nannte:

 

„Google is the most powerful reconnaissance tool in the world – and it’s free.“

 

Und damit wünsche ich euch einen netten Mittwoch.

 

Cheers

LA

1 Kommentar


Doris Andracchio
28. Mai

Ohhh! Wie gefährlich ist es für den „einfachen“ Nutzer? Wer stellt sich schon die Frage bei der Suche nach einer bestimmten Seite oder eines Shops, ob dabei Daten „geklaut“ werden. Ich bisher nicht. Und wie kann man sich davor schützen? Wäre der Inkognito Modus hilfreich?

Danke für diesen interessanten Bericht, den ich keinesfalls als unnützes Wissen bezeichnen würde.

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