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«I LOVE YOU» - und zack war dein Rechner im Arsch

Autorenbild: Laura Andracchio
Laura Andracchio
22. Apr.
2 Min. Lesezeit

Wer kennt den Mann auf dem Foto? Wahrscheinlich keiner. Er ist tatsächlich nicht so unbedeutend, wie du denkst. Er hat sogar eine eigene Wikipedia Seite. Die meisten von euch kennen ziemlich sicher aber den Grund für seine Berühmtheit. Let's dive in....

 

Onel de Guzman

Wir schreiben das Jahr 2000. Ich war 11 Jahre alt und durfte ab und zu den grossen, summenden Tower-PC meines Vaters im Dachstock benutzen. Was ich dort so tat?

 

  • Solitaire spielen

  • Minesweeper überlisten

  • Songtexte von Pink Floyd übersetzen, die ich bei Mama im Auto gehört hatte..

 

(Spoiler: „The Wall“ = keine gute Idee für Kinder)

 

Und dann passierte es: Irgendetwas legte das Internet lahm.

Ein virtueller Liebesbrief brachte das halbe digitale Universum zum Explodieren.

 

Die Mail hatte den Betreff: „ILOVEYOU“

Dazu im Anhang eine Datei: Love-Letter-For-You.txt.vbs

 

Was romantisch klang, war ein skriptgewordener Mittelfinger ans ganze Netz. Der Wurm verschickte sich über Outlook weiter, frass sich durch MP3s und Bilder, klaute Passwörter und verwüstete alles. 50 Millionen Geräte weltweit gingen in digitale Flammen auf.

 

Na? Wer von euch erinnert sich oder war sogar selber betroffen?

Das Ganze Debakel endete in einem monetären Schaden von über 10 Milliarden Dollar.

 

Und jetzt aber, was viele vielleicht nicht wissen. Der Verantwortliche war ein philippinischer Student aus Manila. Sein Name: Onel de Guzmán, damals 24 Jahre alt. Und was für ein Hauptfach belegte der Gute?

 

Natürlisch: Informatik.

 

Wer dem werten Herrn nun aber böse Absichten nachsagt liegt total falsch. Denn eigentlich, wollte er nur gratis ins Internet – weil er sich die Einwahlgebühren nicht leisten konnte. Damit war er nicht alleine. Also dachte er sich dafür eine Lösung aus und schrieb seine Abschlussarbeit über ein Programm, das Zugangsdaten automatisch stiehlt. Die Uni lehnte das Projekt mit der Begründung ab, es sei „unethisch und potenziell illegal“.

 

Und was tut ein Nerd wenn man ihm den Riegel vorschiebt?

Onel brach das Studium ab – und baute den Code einfach weiter aus. Wenig später ging damit der ILOVEYOU-Wurm viral und legte die halbe Welt lahm. Das witzige (oder auch nicht) daran war, dass es für ihn keine Konsequenzen hatte. Denn damals gab es auf den Philippinen noch keine Gesetze gegen Cybercrime.

 

20 Jahre später wurde er von einem BBC-Reporter in einem Handyshop in Manila wiedergefunden. Zum allerersten Mal, gab er Antworten auf das Spektakel was ihn quasi über Nacht berühmt machte.

 

Onel, der digitale Amokläufer, sagte nur:

„Ich dachte, die Leute wären schlau genug, es nicht zu öffnen.“

 

Fazit: „I LOVE YOU“ hat mehr Rechner zerstört als Scheidungen Ehen.

 

Hier geht's übrigens zum erwähnten Wikipedia Artikel:

 

Und hier findet ihr das Interview mit ihm:

1 Kommentar


Doris Andracchio
22. Apr.

Warum habe ich davon nichts mitbekommen? Vielleicht, weil ich damals noch zu wenig Internet affin war? Heute würde ich sagen Glück gehabt. Danke für die interessante Aufklärung.

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