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Quick Response. Noch nie gehört? Auch du nutzt es. Vermutlich sogar täglich.

Autorenbild: Laura Andracchio
Laura Andracchio
29. Apr.
2 Min. Lesezeit

Quick Response.

Schon mal gehört? Probably not.

Aber du nutzt es. Wahrscheinlich sogar täglich.

 

„Quick Response“ ist die ausgeschriebene Form von … drumrollQR.

 

Dieser kleine Pixelhaufen, den du an der Bar scannst, um deinen Gin Tonic zu zahlen – oder auf der Menükarte, dem Konzertticket oder der Rechnung findest – war ursprünglich mal was ganz anderes. Denn die heute beliebteste Methode, Dinge zu bezahlen, prüfen oder entdecken, stammt – Überraschung – aus der Autoproduktion und ist sogar älter als du denkst.

 

Wer steckt hinter der Geschichte von Quick Response?

1994 erfunden von Denso Wave, einer Tochterfirma von Toyota. Und zwar nicht aus Spass an der Digitalisierung – sondern weil Masahiro Hara, leitender Ingenieur, ein ganz konkretes Problem lösen musste:

 

In der Toyota-Fertigung musste jedes Bauteil getrackt werden – schnell, sicher, ohne Fehler. Doch die damaligen Barcodes konnten:

 

  • kaum Infos speichern (max. 20 Zeichen)

  • mussten exakt gescannt werden

  • und brauchten bei komplexeren Infos gleich mehrere Codes nebeneinander

 

Das Ganze war zu langsam, zu fehleranfällig, zu unpraktisch. Also dachte sich Hara: Es braucht einen schnellen, kompakten Code, der aus jeder Richtung lesbar ist – und vor allem mehr speichern kann. Die zündende Idee kam ihm beim Spielen von Go, dem japanischen Brettspiel mit schwarzen und weissen Steinen. Er dachte sich:

 

Wenn man damit komplexe Züge planen kann – warum nicht auch Daten speichern?

 

Der QR-Code war geboren

Ein neuer, zweidimensionaler Code (statt 1D wie der Strichcode), bestehend aus einem quadratischen Raster aus schwarzen und weissen Modulen. Je nach Datenmenge gibt es 40 Versionen – von 21x21 bis 177x177 Modulen.

 

Damit dein Handy nicht jedes Mal raten muss, wo oben und unten ist, bekam der QR-Code drei „Augen“ – also diese markanten Quadrate in den Ecken. Sie helfen dem Scanner, sich sofort zu orientieren, egal wie schräg du das Ding hältst.

 

Und weil Masahiro Hara wirklich gründlich dachte, baute er noch ein Backup ein:

 

QR-Codes nutzen den Reed-Solomon-Algorithmus zur Fehlerkorrektur. Je nach Sicherheitslevel (L, M, Q, H) funktionieren sie selbst dann noch, wenn bis zu 30 % des Codes beschädigt oder überklebt sind. Deshalb beispielsweise, kannst du ein Logo in die Mitte packen, ohne dass der QR Code unbrauchbar wird. 

 

Tod den Barcodes durch Open Source

Denso Wave hat das Ganze nicht mal patentieren lassen. Weil sie wollten, dass die Technologie frei genutzt werden kann und sich hoffentlich verbreitet und in der Welt durchsetzt. Tod den Barcodes durch Open Source. Für alle.

 

Ob Hara das heute manchmal bereut? Vielleicht. Der Mann wäre heute steinreich. Ein kleines bisschen Fame hat er dennoch abbekommen:

 

  • Masahiro Hara ist international anerkannt und vielfach ausgezeichnet worden.

  • Unter anderem mit dem European Inventor Award 2014.

  • Auch wenn er kein Vermögen damit gemacht hat, gilt er als eine der prägenden Tech-Figuren Japans.

 

Aber der QR-Code wäre vielleicht nie das geworden, was er heute ist, hätte er seine Idee patentieren lassen. Wir würden wohl noch immer mit dem elenden gelben "Postbüchlein" zur Post rennen, um unsere Rechnungen zu bezahlen.

 

Fazit

Eine Tech-Revolution, die aus der Autowerkstatt kam, vom Go-Spiel inspiriert wurde – und heute still und leise unser digitales Leben regelt. Oder wie Fortschritt manchmal aussieht:


Wie ein verpixeltes Quadrat, das mehr draufhat als man denkt.

1 Kommentar


Doris Andracchio
29. Apr.

Wow, wieder so ein interessanter Beitrag. Danke für die Aufklärung. Nun habe ich eine ganz neue Sichtweise auf den QR Code😉

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