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So verarscht dich der Unsubscribe-Link

Autorenbild: Laura Andracchio
Laura Andracchio
5. Aug.
2 Min. Lesezeit

Da ist er. Ganz unten in der Mail, brav mitgeschickt, damit alles legal wirkt:

 

„Hier abmelden“.


Du klickst drauf und denkst, du hättest nun endlich Ruhe.

Falsch gedacht.

 

Die Realität hinter dem Unsubscribe-Link sieht leider sehr oft komplett anders aus


  • Dein Klick läuft durch einen fetten Tracking-Tunnel.

  • Im Hintergrund jubeln Datenhändler: „Bingo, die Adresse lebt!“

  • Zack, du bist nicht raus – du bist erst so richtig drin.

 

Fachbegriff dafür: Listwashing. Klingt sauber, ist aber dreckig as fuck. Experten warnen, dass ein Klick auf den Unsubscribe-Link sogar riskant sein kann. In mindestens einem Fall von 644 Links führt er auf maliziöse Seiten – Phishing, Malware oder Datenklau inklusive.

 

Das Wall Street Journal berichtet von einer Analyse von DNSFilter:

Einer von 644 Klicks auf einen Unsubscribe-Link führt direkt auf eine potenziell gefährliche Seite. Das Spektrum reicht von simplen Tricks – dein Klick bestätigt nur, dass die Mailbox lebt – bis hin zu Phishing-Seiten und Malware-Downloads.

 

Michael Bargury (Zenity) bringt’s trocken auf den Punkt:

 

„Es signalisiert: Da sitzt ein echter Mensch. Und genau das macht dich in Zukunft zum noch grösseren Ziel.“

Cyberkriminelle bauen aus solchen Klicks digitale Dossiers, um dich später mit Social-Engineering-Tricks oder personalisierten Betrugsmaschen zu erwischen. Charles Henderson (Coalfire) geht noch einen Schritt weiter:

„Wenn eine Abmeldeseite nach deinem Passwort fragt – renn. Das ist keine Abmeldung, das ist eine Falle.“

 

Heisst übersetzt:

  • Dein Klick kann dein E-Mail-Konto als „aktiv“ markieren → Datenbroker jubeln.

  • Er kann dich auf Fake-Seiten führen → Phishing, Malware, Credential-Stealing.

  • Und das alles nur, weil du „weniger Mails“ wolltest.

 

Mit anderen Worten: Der Abmelde-Button ist oft nicht der Ausgang. Es ist der Anfang von genau dem Scheiss, vor dem du eigentlich Ruhe haben wolltest – mehr Spam, gezieltere Phishing-Angriffe und eine digitale Akte über dich, die sofort im Darknet kreist.

 

Welcome to the dark side, Fucker.

 

Die gute Nachricht: Es gibt Wege raus. Aber du musst wissen, welche Knöpfe du drückst – und welche besser nicht.

 

Escape-Plan gefällig?

  • Klick nicht auf jeden Link nur weil er da ist und dir was verspricht, sondern nutz die eingebauten Unsubscribe-Funktionen deiner Mail-App.

  • Fehlt die? Dann hau die Mail in den Spam-Ordner, schneller als der Absender „Newsletter“ buchstabieren kann.

  • Für Fortgeschrittene: Wegwerf-Adressen. Apple „Hide My Email“ oder eine schnelle Alias-Mail – und dein echtes Postfach bleibt sauber.

 

Fazit:

Wenn du der Quelle nicht traust – solltest du dem Unsubscribe-Link auch nicht trauen.

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Den Artikel dazu vom Wall Street Journal zum Thema findest du hier:

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